Hamburger Anzeiger - Iran und Länder des Mekka-Abkommens vereinbaren weitere Gespräche über Zusammenarbeit

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Iran und Länder des Mekka-Abkommens vereinbaren weitere Gespräche über Zusammenarbeit
Iran und Länder des Mekka-Abkommens vereinbaren weitere Gespräche über Zusammenarbeit / Foto: - - Iranian Presidency/AFP

Iran und Länder des Mekka-Abkommens vereinbaren weitere Gespräche über Zusammenarbeit

Der Iran und die drei Länder des sogenannten Mekka-Abkommens haben nach einem ersten Treffen in Teheran nach Angaben staatlicher Medien weitere Gespräche über eine Stärkung ihrer Zusammenarbeit vereinbart. Die iranischen Vertreter sowie jene Saudi-Arabiens, der Türkei und Pakistans seien darüber übereingekommen, dabei auch über "regionalen Frieden und Sicherheit" zu sprechen, hieß es im staatlichen iranischen Fernsehen am Montag.

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Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan hatten das Gemeinsame Verteidigungsabkommen von Mekka im August als Reaktion auf den im Februar begonnenen Iran-Krieg und seine Folgen geschlossen. Im Fall eines Angriffs auf eines der drei Mitgliedsländer sind die beiden anderen zur militärischen Unterstützung verpflichtet. Es ist der erste gemeinsame Besuch von Vertretern des Bündnisses in Teheran.

Bei dem ranghohen Treffen sei es unter anderem um die "US-israelische Aggression gegen den Iran und ihre Folgen" gegangen, berichtete das iranische Staatsfernsehen. Irans Präsident Masud Peseschkian rief laut einer auf der Website der Präsidentschaft veröffentlichten Erklärung zu "regionaler Einheit" auf. "Ich hoffe, dass die Anwesenheit von Vertretern wichtiger und einflussreicher islamischer Länder bei diesem Treffen dazu beitragen wird, die regionale Einheit und den Zusammenhalt weiter zu festigen." Islamische Länder sollten "zusammenstehen und eine abgestimmte Haltung einnehmen", hieß es weiter.

Nach iranischen Angaben nahmen der saudiarabische Verteidigungsminister Chalid bin Salman, Pakistans Armeechef General Asim Munir und der türkische Geheimdienstchef Ibrahim Kalin an dem Treffen teil, von Seiten der Teheraner Führung war der iranische Sicherheitschef Mohsen Resaei dabei.

Saudi-Arabiens Vizeaußenminister Radsched Krimli bestätigte die Teilnahme des einflussreichen Verteidigungsministers. "Der Besuch ist Teil der Bemühungen der Länder des Mekka-Abkommens um eine Deeskalation zwischen den in den anhaltenden Konflikt verwickelten Parteien", erklärte er im Onlinedienst X.

Die Anwesenheit von Chalid bin Salman, dem Bruder des saudiarabischen Kronprinzen und De-facto-Herrschers Mohammed bin Salman, wurde von Beobachtern als wichtiges Zeichen gewertet. "Riad setzt erhebliches politisches Kapital für den Dialog mit Teheran ein, mit dem Ziel, eine Eskalation zu verhindern und einen glaubwürdigen Weg aus der Krise zu schaffen", schrieb der der Regierung nahestehende saudiarabische Analyst Ali Schihabi in Online-Netzwerken.

Der saudiarabische Sicherheits-Analyst Hescham Alghannam schrieb auf X: "Dieses historische Treffen in Teheran könnte die letzte Gelegenheit sein, bevor die Eskalationsspirale außer Kontrolle gerät, ein Versuch, einen Weg der Deeskalation aufzuzeigen, bevor es zu spät ist."

Die Gespräche in Teheran erfolgten vor dem Hintergrund von Drohungen der USA und Israels mit neuen Angriffen auf den Iran. In Israel wird am Dienstag ein neues Parlament gewählt, in den USA stehen in der kommenden Woche die Kongress-Zwischenwahlen an.

Diplomatische Bemühungen um ein Ende des seit acht Monaten andauernden Konflikts sind ins Stocken geraten. Der Krieg hat sich inzwischen auf den Jemen ausgeweitet, wo sich die pro-iranische Huthi-Miliz und Saudi-Arabien wieder bekämpfen.

Am Montag kam es abermals zu gegenseitigen Angriffen in dem Konflikt. Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition wehrte nach eigenen Angaben einen Drohnenangriff auf das Königreich ab, die Huthis griffen zudem erneut den Flughafen in Riad mit einer Rakete an. Die Koalition teilte mit, Raketenwerfer und Waffenlager der Miliz im Jemen angegriffen zu haben.

UN-Generalsekretär António Guterres betonte am Montag, es sei "unerlässlich, jede Eskalation" in der Golfregion zu verhindern. Das Risiko, dass es gleichzeitig zu einem erneuten Militäreinsatz gegen den Iran und zu einem Angriff Teherans auf die Golfstaaten komme, "muss um jeden Preis verhindert werden", sagte er in der ägyptischen Hauptstadt Kairo.

Das ägyptische Parlament sprach sich unterdessen für eine militärische Unterstützung Saudi-Arabiens im Kampf gegen die jemenitische Huthi-Miliz aus, "wenn darum gebeten wird". Zuvor hatte Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi die Abgeordneten um ihre Zustimmung gebeten. Das Land verfügt über die größte Streitmacht in der arabischen Welt. Welche Hilfe Ägypten konkret leisten will, blieb zunächst offen.

F.Fischer--HHA