Zverev müht sich zum deutschen Auftaktsieg beim Davis Cup
US-Open-Champion Alexander Zverev hat Deutschland im Kampf um den Einzug in die Davis-Cup-Finalrunde in eine komfortable Ausgangssituation gebracht. Sechs Tage nach seinem Triumph von New York bezwang der Hamburger den zähen Weltranglisten-171. Matej Dodig zum Auftakt der Zweitrundenpartie gegen Kroatien ohne den ganz großen Glanz 6:4, 7:6 (7:3) und sorgte für die 1:0-Führung der Auswahl des Deutschen Tennis-Bundes (DTB).
"Matej hat ein unglaubliches Match gespielt, so habe ich das nicht erwartet", sagte Zverev bei Prime Video. Er sei aber "froh hier zu sein und dem Team helfen zu können".
In Halle/Westfalen ist Daniel Altmaier im anschließenden Duell mit Dino Prizmic (16.00 Uhr/tennis.de und Prime Video) für das Team von Kapitän Michael Kohlmann gefordert.
Trotz zehrender Grand-Slam-Strapazen hatte Zverev seine Zusage mit der Konservierung seiner starken Form begründet. Auf dem Center Court der Heristo-Arena ging dem 29-Jährigen, der mit der ersten Weltranglistenführung eines Deutschen seit Boris Becker (1991) liebäugelt, jedoch zunächst die Selbstverständlichkeit voriger Wochen ab. Zwar gelang Zverev das frühe Break zum 2:1, mühte sich aber, seinen Rhythmus zu finden. Der 21 Jahre alte Dodig erwies sich derweil als zäher Gegner, machte wenig Fehler und ließ den Deutschen mehrfach kopfschüttelnd hadern.
Ernsthaft ins Wanken geriet Zverev allerdings nicht. Zu seriös agierte er bei eigenem Aufschlag - und blieb in kleineren Drucksituationen konzentriert. Mit dem Publikum im Rücken bewies er schließlich im Tiebreak - wie schon bei den US Open - Nervenstärke.
Gegen die Kroaten, bei denen mit dem früheren US-Open-Sieger Marin Cilic der klangvollste Name verletzt fehlt, brauchen Zverev und Co. im Best-of-five-Modus mindestens drei Siege zum Einzug ins Finalturnier in Bologna. Nach dem Auftakt stehen am Sonntag sowohl ein Doppel als auch zwei Einzel an: Ab 12.00 Uhr treffen die US-Open-Finalisten Kevin Krawietz und Tim Pütz auf die Tokio-Olympiasieger Nikola Mektic und Mate Pavic. Danach stehen zwei weitere Einzel an.
Für Deutschland, im Davis-Cup-Ranking hinter Rekordsieger USA und Final-Gastgeber Italien auf Rang drei, ginge es unter den besten acht im November um Davis-Cup-Titel Nummer vier – der letzte Erfolg liegt 33 Jahre zurück.
O.Meyer--HHA