Trauriger Modric-Abschied und kroatischer VAR-Ärger
Luka Modric ließ sich nach seinem bitteren Abschied von der WM-Bühne von Cristiano Ronaldo den Kopf tätscheln, dann lagen sich die langjährigen Vereinskollegen kurz in den Armen. Ob die 1:2 (0:0)-Pleite gegen Portugal nur der letzte Auftritt des kroatischen Kapitäns bei Weltmeisterschaften oder gar in seiner Karriere war, blieb zunächst offen. "Er ist eine Fußball-Legende", schwärmte Ronaldo: "Ich hoffe, dass er weiterspielt."
Der Hochgelobte selbst sagte nur, dass es "nicht der richtige Zeitpunkt" sei, um über seine Zukunft zu reden. Viel mehr Lust hatte er wie die meisten Kroaten, über seine Wut auf den norwegischen Referee Espen Eskas sowie den niederländischen VAR Dennis Higler zu sprechen. Der Schiedsrichter sei "nicht in Bestform" gewesen, monierte der 40-Jährige mehr als anderthalb Stunden nach Abpfiff. Er sei "noch ganz aufgebracht" und wolle lieber "nichts Falsches sagen".
Besonders zwei Szenen sorgten für Frust: Zum einen der Foulelfmeter nach Videobeweis für Portugal nach Halten von Nikola Vlasic an Renato Veiga, den Ronaldo verwandelte (68.). Und zum anderen der aberkannte vermeintliche Ausgleichstreffer von Josko Gvardiol in der 13. Minute der Nachspielzeit. Dabei ging es mit Hilfe des Chips im Ball darum, ob der Freiburger Igor Matanovic den Ball vorher mit dem Kopf verlängert hatte - und somit eine Abseitssituation entstand.
Der Schiedsrichter habe gesagt, "er habe den Ball berührt, aber wir haben uns die Wiederholungen angesehen, und man kann nirgendwo sehen, dass er den Ball berührt", so Modric. Auch den Elfmeterpfiff für die Portugiesen könne er nicht nachvollziehen: "Ich glaube, wäre es andersherum gewesen, der VAR wäre niemals eingeschritten." Generell gehe ihm der VAR auf die "Nerven", bei der Niederlage gegen Portugal sei er klar "zu unserem Nachteil" eingesetzt worden, betonte der Superstar.
Der Schiedsrichter sei einfach "sehr schlecht" gewesen, ergänzte Trainer Zlatko Dalic, der seine Zukunft ebenfalls offen ließ.
E.Gerber--HHA