Final Four: Berlin erster Pokal-Finalist
Die Nerven bewahrt, den Triumph vor Augen: Die Füchse Berlin sind als erstes Team ins Endspiel um den DHB-Pokal eingezogen. Im Halbfinale beim Final-Four-Showdown in Köln besiegte das Team um Welthandballer Mathias Gidsel den Ligakonkurrenten TBV Lemgo Lippe nach einer packenden zweiten Hälfte 39:36 (20:16) und greift nun nach dem zweiten Pokalerfolg der Vereinsgeschichte.
Im Finale am Sonntag (15.45 Uhr/ARD und Dyn) treffen die Füchse auf den Sieger des zweiten Halbfinals zwischen den Triple-Jägern des SC Magdeburg und dem krassen Außenseiter Bergischer HC (18.45 Uhr/Dyn). Gegen Lemgo, das Berlin noch vor einer Woche in der Bundesliga beim 33:34 am Rande einer Niederlage hatte, half Torhüter Dejan Milosavljev seinen Vorderleuten auf die Siegerstraße. Der Serbe gab mit insgesamt 18 Paraden viel Sicherheit.
Vorne überzeugte vor 19.750 Zuschauern in der ausverkauften Lanxess Arena neben Gidsel (8 Tore) auch sein dänischer Weltmeister-Kollege Lasse Andersson mit elf Treffern als bester Schütze. Die Lemgoer schnupperten in der Schlussphase lange an einer Überraschung, doch in der Crunchtime machten Gidsel und Co. ernst.
Nicht umsonst hatte Füchse-Trainer Nicolej Krickau von einem "50:50-Spiel" gesprochen - wie schnell der Traum vom Titel vorbei sein kann, wurde den Füchsen zuletzt 2019 und 2023 bewusst. Damals scheiterten sie im Halbfinale. Den bislang einzigen Pokal-Triumph holte Berlin 2014.
Nach einer pompösen Eröffnungsshow auf dem eigens für das Final Four aufgebauten mobilen Glasboden zeigte Berlin holprige Anfangsminuten. Technische Fehler und vier Strafminuten gegen die Füchse nutzte Lemgo zunächst aus. Doch nach zehn Minuten kam der Meister allmählich ins Rollen und drehte binnen kurzer Zeit einen 5:7-Rückstand in eine 10:8-Führung – auch dank des starken Rückhalts Milosavljev.
Beim ersten Drei-Tore-Rückstand (11:14/21.) versuchte Lemgo-Trainer Florian Kehrmann, der mit seinem Herzensklub 2021 in Hamburg den Pokalcoup gefeiert hatte, mit einer Auszeit gegenzusteuern. Doch Berlin marschierte unbeirrt weiter und zog bis zur Halbzeit auf 20:16 davon. "Es ist noch alles drin", sagte TBV-Profi Hendrik Wagner dennoch zur Pause am ARD-Mikro.
Die Kräfteverhältnisse nach dem Seitenwechsel blieben aber zunächst unverändert: Berlin erhöhte erstmals auf fünf Treffer, Milosavljev nervte Lemgo weiter. Doch der TBV erwies sich als hartnäckiger Gegner und hielt trotz kleinerer Rückschläge den Meister in Sicht. Bobby Schagen krönte einen 4:1-Lauf zum 26:27 (45.). Die Partie war nun wieder offen, und ein Großteil der Fans aufseiten der Ostwestfalen. "Lemgo ist viel schöner als Berlin", sang fast die gesamte Halle.
Doch am Ende jubelten die Berliner.
H.Brunner--HHA