Hamburger Anzeiger - Sieben Tote bei Anschlag auf Kirche in Jordanien - König droht mit Vergeltung

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Sieben Tote bei Anschlag auf Kirche in Jordanien - König droht mit Vergeltung
Sieben Tote bei Anschlag auf Kirche in Jordanien - König droht mit Vergeltung / Foto: - - Al Mamlaka TV/AFP

Sieben Tote bei Anschlag auf Kirche in Jordanien - König droht mit Vergeltung

Bewaffnete Männer haben bei einem Anschlag auf eine griechisch-orthodoxe Kirche im Süden Jordaniens mindestens sieben Menschen getötet und 34 weitere verletzt. Die Angreifer eröffneten am Freitag während eines Trauerzugs in der Ortschaft Hammud in der Provinz Karak das Feuer, wie die Behörden mitteilten. Jordaniens Innenminister Mazen al-Faraya sprach von einem "Terroranschlag einer Gruppe von Extremisten".

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Jordaniens König Abdullah II. drohte den Tätern mit einer harten Reaktion. "Der Terroranschlag in Karak wird mit der härtesten Vergeltung beantwortet", erklärte er im Onlinedienst X. "Wir werden mit eiserner Faust gegen diejenigen vorgehen, die es wagen, unsere Nation zu bedrohen." Aufnahmen des Staatssenders Al-Mamlaka zeigten, wie der König am Freitagabend in Karak eintraf.

Nach Angaben der jordanischen Sicherheitsdirektion stiegen die Angreifer aus einem Fahrzeug und schossen auf die Teilnehmer des Trauerzugs. Von Al-Mamlaka verbreitete Bilder zeigen zwei Männer mit Pistolen und einen dritten mit einem Gewehr, die von der Straße aus auf die Kirche feuern und dann auf das Gebäude zustürmen. Anschließend flohen die Täter. Die Sicherheitskräfte leiteten eine Fahndung ein.

Ein Augenzeuge sagte Al-Mamlaka, die Angreifer hätten etwa fünf Minuten lang ununterbrochen geschossen. Zum Zeitpunkt des Anschlags hätten sich zwischen 150 und 200 Menschen in der Kirche und ihrer Umgebung aufgehalten. Die meisten Opfer seien etwa 50 bis 70 Jahre alt gewesen, berichtete der Zeuge.

Der Leiter der jordanischen Sicherheitsdirektion, Abdullah al-Maaytah, sagte, von den 34 Verletzten würden 27 noch behandelt. Die Behörden hatten zunächst sieben Todesopfer gemeldet, die Zahl zwischenzeitlich auf sechs korrigiert und dann erneut erhöht.

Bei einer Pressekonferenz verurteilte Innenminister al-Faraya den Anschlag als entsetzliche Tat. Die Sicherheitskräfte arbeiteten rund um die Uhr daran, die Täter aufzuspüren. Der Anschlag werde den Willen der Jordanier stärken, gegen Terrorismus in all seinen Formen vorzugehen. Regierungssprecher Mohammed al-Momani kündigte Ermittlungen an.

Die griechisch-orthodoxe Erzdiözese in Jordanien erklärte, sollte der Anschlag darauf abzielen, die Christen aus dem Land zu vertreiben, werde er ihre Verbundenheit mit ihrer Heimat nur noch stärken. Die jordanische Gesellschaft werde sich "jeder finsteren extremistischen Ideologie" widersetzen. Die Tat habe "nichts mit dem gemäßigten Islam" des Landes gemein, betonte die Erzdiözese.

Der libanesische Präsident Joseph Aoun, das einzige christliche Staatsoberhaupt der arabischen Welt, verurteilte die Schüsse als "abscheulichen Terroranschlag". Die Tat zeige einmal mehr, dass Terrorismus weder Religion noch Heimat kenne. Sein Ziel sei es, das Zusammenleben der Religionsgemeinschaften anzugreifen und Zwietracht zu säen, erklärte Aoun laut Präsidialamt.

Angriffe auf Gotteshäuser sind im mehrheitlich sunnitisch-muslimischen Jordanien selten. Christen machen nach Angaben des Tourismusministeriums etwa zwei bis drei Prozent der Bevölkerung aus. In der Provinz Karak mit rund 375.000 Einwohnern lebt eine größere christliche Gemeinschaft.

Im Dezember 2016 töteten Angreifer in Karak bei Attacken auf einen Sicherheitsposten und Polizeipatrouillen zehn Menschen, darunter sieben Sicherheitskräfte und eine Touristin. Vier Angreifer verschanzten sich damals in der historischen Festung der Stadt, bevor Sicherheitskräfte sie erschossen.

X.Nguyen--HHA