Papstreise nach Frankreich: Hunderttausende melden sich zu Gottesdiensten an
Einen Monat vor der Frankreichreise von Papst Leo XIV. haben sich bereits Hunderttausende zu den Gottesdiensten angemeldet. "Das Stade de France ist bereits ausgebucht, und für die Messe auf dem Place de la Concorde haben sich 400.000 Menschen angemeldet", sagte der Vorsitzende des Organisationskomitees, Bischof Benoît Bertrand, am Dienstag der Zeitung "La Tribune". Papst Leo wird vom 25. bis 28. September in Frankreich zu einem Staatsbesuch erwartet. Es ist der erste dieser Art seit dem Besuch von Papst Benedikt XVI. im Jahr 2008.
Zum Auftakt seines Besuchs will der Papst am Freitag, 25. September, mit Präsident Emmanuel Macron zusammentreffen und den Pariser Sitz der Unesco besuchen. Anschließend wird er nach Angaben der Organisatoren mit dem Papamobil durch die Stadt fahren und in der Pariser Kathedrale Notre-Dame eine Vesper mit Priestern, Diakonen und Seminaristen feiern.
Am Abend ist eine Begegnung mit jungen Menschen zwischen 17 und 35 Jahren im Stade de France nördlich von Paris geplant. Die 80.000 Plätze seien innerhalb einer Stunde ausgebucht gewesen, teilte die Diözese von Paris mit. Bei dem Gebetstreffen soll die Sängerin Monroe auftreten, die für Frankreich beim Eurovision Song Contest in diesem Jahr den elften Platz errungen hat.
Zu einer Messe unter freiem Himmel auf dem Pariser Place de la Concorde am Samstagvormittag erwartet die Diözese bis zu einer halben Million Menschen.
Am Sonntag will der Papst den Pilgerort Lourdes besuchen und dort mit bis zu 150.000 Menschen ebenfalls eine Messe unter freiem Himmel feiern. Die Mosaiken des slowenischen Geistlichen Marko Rupnik an der Fassade der Basilika sollen bis dahin komplett abgedeckt werden, da dieser mit Missbrauchsvorwürfen konfrontiert ist. In Lourdes will der Papst auch eine Gruppe von Missbrauchsopfern treffen. Eine unabhängige Untersuchungskommission hatte 2021 die Zahl der Missbrauchsopfer seit 1950 in Frankreich auf 330.000 geschätzt.
Der Papstbesuch endet in der ostfranzösischen Stadt Metz, dem Wohnort von Robert Schuman, einem der Gründerväter der EU. Die katholische Kirche hat ein Verfahren eingeleitet, um Schuman seligzusprechen. In Metz will der Papst nach Angaben der Organisatoren im Beisein von Macron und weiteren europäischen Staats- und Regierungschefs zu Frieden und Versöhnung aufrufen.
Leos Vorgänger Franziskus war drei Mal nach Frankreich gereist, aber nie zu einem Staatsbesuch. 2014 warb er vor dem Europaparlament in Straßburg für die Achtung der Menschenwürde, 2023 hielt er eine mahnende Rede zum Umgang mit Mittelmeerflüchtlingen in Marseille, und 2024 besuchte er Korsika, wobei es ebenfalls um das Thema Migration ging.
Eine Einladung zur prunkvollen Wiedereröffnung der Pariser Kathedrale Notre Dame gut fünf Jahre nach der Brandkatastrophe hatte Franziskus abgelehnt, weil ihm die Veranstaltung zu mondän war. Macron hatte dazu zahlreiche Staats- und Regierungschefs und Prominente eingeladen, unter ihnen den damals bereits gewählten, aber noch nicht vereidigten US-Präsidenten Donald Trump und den rechtsgerichteten Milliardär Elon Musk.
Macron hatte Franziskus zwei Mal im Vatikan getroffen und sich mehrfach telefonisch mit ihm ausgetauscht. Papst Leo stattete er im April seinen Antrittsbesuch im Vatikan ab.
Die katholische Kirche ist in Frankreich weiterhin stark mit der Aufarbeitung zahlreicher Missbrauchsfälle beschäftigt. Zugleich gibt es ein erhöhtes Interesse junger Menschen am Katholizismus, dabei aber auch stark traditionalistische Tendenzen.
W.Taylor--HHA