Hamburger Anzeiger - Bericht: Prozess gegen Karnevalswagenbauer Tilly geht in Russland in zweite Runde

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Bericht: Prozess gegen Karnevalswagenbauer Tilly geht in Russland in zweite Runde
Bericht: Prozess gegen Karnevalswagenbauer Tilly geht in Russland in zweite Runde / Foto: INA FASSBENDER - AFP/Archiv

Bericht: Prozess gegen Karnevalswagenbauer Tilly geht in Russland in zweite Runde

In Russland geht der Prozess gegen den Düsseldorfer Karnevalswagenbauer und Satiriker Jacques Tilly einem Zeitungsbericht zufolge in eine neue Runde. Das Verfahren werde am kommenden Dienstag um 09.30 Uhr Moskauer Ortszeit (08.30 Uhr MESZ) fortgesetzt, schrieb die "Rheinische Post" am Freitag unter Berufung auf Tilly selbst. "Das ist lästig, ich dachte eigentlich, das ist abgeschlossen und kostet mich keine seelische Energie mehr", sagte der Künstler der Zeitung.

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Tilly war Anfang April in Moskau in Abwesenheit zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden, laut "Rheinischer Post" wurde zudem eine Geldstrafe von 2164 Euro verhängt. Nun sei ein Revisionsverfahren eingeleitet worden, der Fall werde vor einem anderen Gericht neu verhandelt, berichtete die Zeitung weiter.

Über den weiteren Ablauf weiß Tilly nach eigenen Angaben bislang kaum mehr als den neuen Termin. Wer Berufung eingelegt habe und aus welchem Grund, sei ihm nicht bekannt. "Ich kenne die Motive nicht und weiß auch nicht, von wem das kam", sagte Tilly der Zeitung. Er wolle den Prozesstag abwarten, um mehr zu erfahren. Informiert worden sei er durch das Auswärtige Amt.

Tilly musste sich in Russland wegen angeblicher Verunglimpfung russischer Staatsorgane verantworten, darunter der Armee und des Präsidenten Wladimir Putin. Auslöser war einer seiner Motivwagen beim Düsseldorfer Rosenmontagszug. Auf eine anwaltliche Vertretung in Moskau hatte Tilly bewusst verzichtet, um das Verfahren nicht zu legitimieren.

Nach dem Moskauer Urteil hatte Tilly im April erklärt, dieses treffe ihn nicht, solange das Grundgesetz in Deutschland gelte und er nicht in gefährliche Länder reise. Zugleich bezeichnete er das Verfahren als "Farce". Düsseldorfer Karnevalisten und deutsche Politiker kritisierten das Urteil damals scharf als Einschüchterungsversuch und politisch motiviertes Verfahren.

E.Gerber--HHA