Merz: Iran-Krieg bringt weitere Herausforderung für deutsche Wirtschaft
Nach einem Gespräch mit Wirtschaftsverbänden hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auf die möglichen Folgen des Iran-Kriegs für die deutsche Wirtschaft hingewiesen. Der Konflikt bedeute "eine weitere Herausforderung für die Konjunktur und auch für die Wirtschaft in Deutschland und in Europa", sagte Merz am Freitag auf der Internationalen Handwerksmesse in München. "Wenn der Konflikt zeitlich begrenzt bleibt, dürfte sich die Auswirkung in Grenzen halten", fügte er aber hinzu.
Merz hatte zuvor am traditionellen Spitzengespräch der deutschen Wirtschaft mit den Präsidenten wichtiger Wirtschaftsverbände teilgenommen und einen Rundgang auf der Handwerksmesse unternommen. Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Jörg Dittrich, sprach auf der nachfolgenden gemeinsamen Pressekonferenz mit Merz von einer "neuen Normalität" der "Krisen, die sich aneinanderreihen". Das bedeute, "dass der Reformdruck auf den Standort Deutschland noch einmal gestiegen ist".
Es brauche "ein selbsttragendes Wachstum", das nicht nur auf Ausgaben des Staates beruhe, sagte Dittrich weiter. Der Druck in Industrie, im Mittelstand und im Handwerk sei "immens". Der ZDH-Präsident verwies mit Blick auf Reformen auch auf Uneinigkeiten in der Regierungskoalition: "SPD, CDU und CSU haben eine Mehrheit im Bundestag, sind sich aber offensichtlich manchmal nicht einig, welchen Weg man gehen sollte."
Die Wirtschaftsverbände ZDH, BDA, BDI und DIHK fordern unter anderem eine Rentenreform mit einer Erhöhung des Renteneintrittsalters und der "Abschaffung von Frühverrentungsanreizen", aber auch die Senkung der Energiekosten sowie mehr Tempo beim Bürokratieabbau sowie niedrigere Steuern.
W.Taylor--HHA