Micky-Maus-Magazin feiert 75 Jahre Comicgeschichte
Das deutschsprachige Micky-Maus-Magazin wird 75 Jahre alt und erscheint zum Jubiläum mit einer Sonderausgabe.
Das deutschsprachige «Micky Maus»-Magazin feiert seinen 75. Geburtstag. Über Jahrzehnte prägten die Geschichten aus Entenhausen die Leseerfahrungen vieler Kinder. Zu den Heften gehörten regelmässig Extras wie Aufkleber, Poster, Klubkarten und ein ausfüllbarer Presseausweis für den fiktiven «Entenhausener Kurier».
In den 1980er- und frühen 1990er-Jahren erschien das Magazin wöchentlich am Donnerstag und kostete zeitweise 2,50 D-Mark. Heute kommt es alle zwei Wochen heraus. Lautmalerische Begriffe wie «Peng», «Rumms» und «Klirr» machten die gezeichneten Abenteuer beim Lesen akustisch erfahrbar. Die Geschichten um Micky, Minnie, Donald, Dagobert und Goofy waren für viele Leser zugleich Unterhaltung und Lesetraining.
Für das Jubiläum zeichnete die Disney-Illustratorin Cynthia C. Pineda ein eigenes Motiv. Die 31-Jährige lebt mit ihrer Frau und zwei Kindern in Barcelona und gehört seit 2016 zum Disney-Team. Nach ihren Angaben dauert die Herstellung eines solchen Bildes rund neun Stunden.
Die Figur Micky Maus wurde 1928 durch den Kurzfilm «Steamboat Willie» bekannt. Der 7 Minuten und 45 Sekunden lange Film hatte am 18. November 1928 in US-Kinos Premiere und gilt als wichtiger Durchbruch für Zeichentrick mit synchronisiertem Ton. Das Magazin würdigt sein Jubiläum mit einer Sonderausgabe.
Die Jubiläumsgeschichte erinnert auch an die damalige Konkurrenz um das Taschengeld: Für den Preis des Hefts gab es am Kiosk alternativ eine gemischte Tüte mit Süssigkeiten, deren einzelne Stücke fünf oder zehn Pfennig kosteten. Wer die neue Ausgabe kaufen wollte, musste sich häufig zwischen Naschen und Lesen entscheiden.
Die Abenteuer führten unter anderem in Dagoberts Geldspeicher, auf unbekannte Inseln mit Micky und Goofy oder in Donalds Alltag. In einer Zeit ohne Smartphones, Internet und ständige Erreichbarkeit bot das Heft über Stunden eine geschlossene Fantasiewelt. Zum Jubiläum steht deshalb neben der Comicgeschichte auch die Erinnerung mehrerer Lesergenerationen an feste Erscheinungstage und gesammelte Extras im Mittelpunkt.
R.Hansen--HHA