Messerangriffe an Schulen verunsichern Jugendliche in Polen
Drei Messerattacken im Oktober haben in Polen Angst ausgelöst. Eine Frau wurde getötet, zahlreiche Menschen verletzt; die Motive der drei mutmaßlichen Täter sind weiter unklar.
Eine Serie von drei Messerangriffen innerhalb eines Monats hat Schülerinnen, Schüler und Erwachsene in Polen verunsichert. Jugendliche berichten von Angst im Schulalltag und von wachsendem Misstrauen gegenüber Mitschülern. Die Motive der Verdächtigen waren zunächst in allen drei Fällen ungeklärt.
Im Dorf Leszczydół-Nowiny nahe Warschau soll ein 15-Jähriger eine Lehrerin und den Leiter seiner früheren Grundschule schwer verletzt haben. Eine 37-jährige Hausmeisterin wurde bei dem Angriff getötet.
Einen Tag zuvor griff ein 19-Jähriger in Ostrołęka nach den Ermittlungen neun Menschen mit einem Messer an: zwei Lehrkräfte, fünf Schüler und zwei Passanten vor einer Berufsschule. Kurz vor seiner Festnahme verletzte sich der Verdächtige selbst schwer am Arm und musste in ein Krankenhaus gebracht werden.
Am 10. Oktober stach in Warschau eine 21-Jährige vor einer weiterführenden Schule für Erwachsene unvermittelt auf drei Frauen ein. Der Tatort lag in Praga-Süd, einem Stadtteil, der zuvor als besonders ruhig und sicher galt.
Politiker und Kommentatoren diskutieren, ob Hassinhalte in sozialen Medien zu einer Verrohung beitragen. Nach Angaben, die Jugendliche in dem Bericht wiedergeben, nahm die Polizei landesweit fast hundert junge Menschen fest und fand dabei Waffen in Wohnungen oder Schließfächern. Eine offizielle Verbindung dieser Fälle zu den drei Angriffen wurde nicht dargestellt.
Die Gespräche unter jungen Menschen zeigen neben der Sorge vor weiteren Taten auch Angst vor Stigmatisierung und staatlichen Reaktionen. Betroffene berichten von Albträumen, Panik beim Anblick von Messern und der Unsicherheit, wem sie noch vertrauen können.
F.Fischer--HHA